Der Strompreis – im wirtschaftlichen, politischen und technischen Kontext

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Einleitung:

Seit dem Start der Energiewende und dem Inkrafttreten des Erneuerbaren-Energien-Gesetz im Jahre 2000 ist der beeinflusste Strompreis kontinuierlich gestiegen. Diese Tatsache ist einer der größten Kritikpunkte der angesprochenen neu Ausrichtung hin zu regenerativen Energiequellen. Aber welche Ursache ist für diese kontinuierliche Verteuerung des Haushaltstromes verantwortlich und wie setzten sich die einzelnen Bestandteile zusammen. In meinem heutigen Beitrag soll hierauf eingegangen werden.

Kostenstruktur des Haushaltsstroms:

Wie im ersten Artikel aufgezeigt ergeben sich in den Wertschöpfungsschritten Umwandlungsprozesse, diese sind mit Investitionen und Betriebskosten seitens der Energieversorger verbunden. Diese Kosten – insbesondere in der Erzeugung und Beschaffung– machen ca. 25 Prozent des Preiss aus (siehe Abbildung 1). Dadurch wird klar, dass der Preishebel der in der Beschaffung vorhanden ist nicht sehr hoch ist, des Weiteren stellt sich die Frage woher der Rest des Preises kommt. Die Antwort hierdrauf sind extern regulierte Abgaben, Steuern und Netzentgelte, teils von der Bundesregierung festgelegt und teils von den Netzbetreibern. Die in den letzten 10 Jahren entwickelter Strompreis und Börsenpreis zeigt zudem auf das sich dieser Anteil in den letzten Jahren noch deutlich verstärkt hat da der Börsenpreis (EEX-Phelix Base als Referenz) ist von 2006 bis 2015 auf 3 Cent pro Kilowattstunde bzw. börsentypisch auf 30,47 Euro pro Megawattstunden.

StrompreisEntwicklung2006-2015

Abbildung 1 Strompreisentwicklung

 

Aus dieser Entwicklung kann sich ableiten lassen, dass die regulatorischen Zusatzkosten wie z.B. Netzentgelte sowie Steuern, Abgaben und andere Umlagen einen deutlich stärkeren Einfluss haben müssen als die reinen Beschaffungskosten.

Kostenbestandteile bei der Stromlieferung:

Kosten die bei der Beschaffung bzw. der Erzeugung anfallen können recht unterschiedlich sein, im Klassischen sind es die Kosten die im Kraftwerk selber entstehen und die Kosten sind direkt von den Brennstoffkosten abhängig. Es sei angemerkt das die Preise sich an Energiebörsen wie der EEX orientieren und die Kraftwerke demnach gefahren werden. Im nächsten Abschnitt werden nun die regulierten Bestandteile thematisiert und kurz erklärt.

regulierte Bestandteile:

Die wohl am berühmteste Abgabe die auf dem Strom aufgerechnet wird ist die Umlage für „Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien“ oder auch kurz EEG-Umlage. Sie soll für Anlagenbesitzer eine Vergütung an die Anlagenbesitzer zahlen damit der Stromvertrieb wirtschaftlich ist und läuft in der Regel über 20 Jahre [1, p. 113], sie wird von den Energieversorgern auf den Strompreis umgewälzt. Im Jahr 2016 (nicht privilegierte Letztverbraucher) beträgt sie 6,354 ct/kWh [2], die recht ähnliche KWK-Umlage (Förderung für Kraftwärmekopplungsanlagen) ist bei 0,41 ct/kWh [3]. Eine weitere Umlage die existiert ist die Umlage für Abschaltbare Lasten, diese werden von Anbietern wenn sie eine Vereinbarung mit Übertragungsnetzbetreibern haben vergütet. Diese Umlage war im Jahr 2015 bei 0,006 ct/kWh, für das Jahr 2016 ergibt sich keine da die Verordnung im Jahr 2015 ausgelaufen ist. Die vierte Umlage ist die Offshore-Haftungsumlage, welche eine Wälzung der Entschädigungszahlungen an Betreiber von Offshore-Windparks darstellt. Sie werden direkt auf die Netzentgelte draufgerechnet. Die Netzentgelte selber sind eine Art Maut für die Energienetze die man sich wie bei einer Autobahn vorstellen kann. Sie werden immer bei einer Durchleitung fällig und richten sich nach einem Arbeitspreis und einem Leistungspreis [4].

UmlagenEntwicklung

Abbildung 2 Umlagen Entwicklung 2010-2015

Des Weiteren entstehen auch im Netz selber Kosten, ein Posten wäre hier die Konzessionsabgabe, diese stellen Entgelte da die an den Gemeinden gezahlt werden damit diese die Rechte zur Verlegung und Betrieb von Leitungen in Gemeinden Gebieten eingeräumt wird. Die gesetzliche Grundlage bildet die Konzessionsabgabenverordnung. Die Höhe richtet sich dabei auf die Gemeinden Größe. Für Sondervertragskunden gelten andere Bestimmungen auf die hier nicht näher eingegangen wird. [1, p. 124]

Konzessionsabgaben

Tabelle 1 Konzessionsabgabe

Ein anderes Entgelt welches beim Stromverbrauch auch anfällt sind die Entgelte für die Messung und Abrechnung, diese richten sich nach der Spannungsebene. Neben der Vielzahl an Umlagen und Gebühren ergeben sich auch noch Steuern, einer dieser Steuern ist die schon seit 1999 für elektrischen Strom existierende Stromsteuer aus dem Stromsteuergesetz und beträgt nach §3 StromStG 20,50 Euro pro Megawattstunde. Eine weitere Steuer die über alle Zurechnungen erstreckt ist die Mehrwertsteuer von 19 Prozent.

Literaturverzeichnis

[1] P. Konstantin, Praxisbuch Energiewirtschaft, Stuttgart: Springer-Verlag Berlin Heidelberg, 2013.
[2] Netztransparenz, „EEG-Umlage 2016,“ 15 August 2015. [Online]. Available: https://www.netztransparenz.de/de/EEG-Umlage.htm. [Zugriff am 27 Dezember 2015].
[3] Netztransparenz, „KWK-G-Aufschläge / Prognosen,“ 26 Oktober 2015. [Online]. Available: https://www.netztransparenz.de/de/Aufschlaege_Prognosen.htm. [Zugriff am 27 Dezember 2015].
[4] Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz, „§ 17 Ermittlung der Netzentgelte,“ [Online]. Available: http://www.gesetze-im-internet.de/stromnev/__17.html. [Zugriff am 27 Dezember 2015].

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